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Taschengeld für Arbeit: Menschen mit Behinderung fordern gerechten Lohn

STEYR. "Tag der Begegnung" in Steyr zeigte Schattenseiten der Fürsorgebetriebe auf.

Taschengeld für Arbeit: Menschen mit Behinderung fordern gerechten Lohn

Dominic Haberl stellte "Taschengeld-Jobs" bei Einrichtungen in Frage. Bild: feh

Dominic Haberl wäre in der Einrichtung versauert. Der vife Rollstuhlfahrer, der trotz der Spasmen seinen Lippen gelernt hat, Worte zu formen, hat für ein Taschengeld von 100 Euro im Monat als Vollzeitkraft gearbeitet. "Zum Mittagessen wurde geschaut, ob man einen Latz um den Hals hat", schilderte er erlebte Entmündigung. Der helle Kopf hatte immer einen Wunsch: Einen richtigen Arbeitsplatz mit einem Gehalt für ein selbstständiges Leben.

Wolfgang Glaser, im Management für Menschen mit Behinderung tätig, hat Haberl aus der Tristesse herausgeholt. Der junge Mann ist jetzt die Triebfeder der Plattform "Wir für alle" und hat systematisch bei Klienten nachgefragt, die bei Einrichtungen beschäftigt sind. Fazit: Mit Arbeitsplatzassistenten, die aus dem Pflegegeld finanzierbar wären, könnten Betroffene reguläre Arbeitsverhältnisse ausfüllen. Haberl: "Mit den Taschengeldern, die weder Existenz noch Sozial- und Rentenversicherung begründen, kann niemand zufrieden sein."

Dass es aber immer schwieriger wird, Jobs für Menschen mit Behinderung zu vermitteln, sagte Hubert Heindl vom Steyrer AMS bei einer Podiumsdiskussion, die Glaser organisierte. Ein Aufbruch ist die Internet-Jobplattform "career moves". Behindertenanwalt Erwin Buchinger forderte, dass die Ausgleichstaxe, mit der sich Betriebe von der Anstellungspflicht freikaufen, auf 700 Euro angehoben werden müsste. Dann wären Effekte am Arbeitsmarkt spürbar. (feh)

quelle: http://www.nachrichten.at Von 22. Juni 2015

 

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=15168

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